MediaBrothers Blog
#MediaBrothers Relevant oder nie
07/06/17 Influencer Marketing – abseits von Bibi, Sixpacks und Avocados von Armin Rogl
Armin Rogl
Managing Partner, mediabrothers.at:

 

„Wir brauchen Influencer, die müssen über unser neuestes Produkt schreiben und das ganze soll dann viral gehen!“ …. wünscht sich mancher Kunde.

„2 Kilo Viral bitte & einen Influencer zum Mitnehmen!“ wünscht sich manche Onlinemarketing Agentur 😉

 

Fakt ist: es ist wunderbar wenn Menschen mit einer großen Community etwas bewegen können und diese das gerne als Berufung oder auch Beruf machen.

Weniger toll ist: wenn einerseits Blogger für „Gratis“-Produkte zum gratis Schreiben genötigt werden und andererseits jeder der ein Foto von seinem Avocado-Salat mit Instagramm-Filtern posten kann sich Influencer nennt.

Wie sehen das BloggerInnen und Kunden? Ein spannender Wortwechsel heute im MediaBrothers-Blog:

 

Ein Gast-Beitrag von Thomas Meyer, Head of Sales Swat.io, über Influencer-Marketing mit Kommentaren VON Influence Marketern 🙂

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Thomas Meyer ist Head of Sales bei Swat.io, einer Social Media Management Lösung die Unternehmen bei Content Planung & Kundenservice auf Facebook & Co. unterstützt. Zu deren Kunden zählen RTL Mediengruppe Deutschland, ZDF, ARD.de, Focus Online, Burda Intermedia, 3Österreich, Hitradio Ö3, ÖBB u.v.m. Zusätzlich unterrichtet er Social Media Marketing an der FH Kufstein und der Werbeakademie Wien.

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

Julia Fodor Co-Gründerin der Social Media – & Bloggeragentur sososocial, selbst seit einigen Jahren hauptberuflich Bloggerin als @jay.rox & @ourcleanjourney. “In der Szene nennt man mich Jay Rox!” 😉

 

Sophie Forster
Bloggerin sophiehearts.com

Sophie Forster Co-Gründerin der Social Media – & Bloggeragentur sososocial. Seit drei Jahren schreibt sie auf dem Wiener Lifestyle Blog www.sophiehearts.com und ist seit einem Jahr hauptberuflich als Bloggerin tätig.

 

Florian Hieß
Head of Marketing Swat.io, Foodblogger aufgetischt.net

Florian Hieß ist Head of Marketing für die Social Media Management Suite Swat.io und die Social Media Wall Walls.io bei Tag, Online Marketing Enthusiast bei Nacht – manchmal auch umgekehrt – und Hobby-Foodblogger bei www.aufgetischt.net und fast immer Online.

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

Sarah Eppacher, Beraterin in der Digital Section der Agentur impalawolfmitbiss und nebenberufliche Bloggerin auf www.liebreizend.com. Ich bin dann wohl ein sogenannter “Micro-Influencer” 😉

 

Victoria Gorgs
Produkt-Managerin, Amazon

Victoria Gorgs hat fünf Jahre lang den Social-Media-Bereich von FOCUS Online, Chip.de, und kleinerer Burda-Marken aufgebaut und geleitet und arbeitet seit Anfang des Jahres als Produkt-Managerin bei Amazon.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Ich schreibe diese Zeilen gerade nackt am Strand. Ich nasche verspielt und sexy an einer frischen Avocado und die untergehende Sonne hüllt mein Sixpack in ein geheimnisvolles Licht.

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

Das klingt nach Softporno 😉

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Ich höre mit meinen weißen IPhone Kopfhörern David Guetta…

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

Wir hören heutzutage eher Rapper wie Drake oder Future

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

kenn ich noch gar nicht, muss ich mir mal anhören

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

und blicke verträumt aufs offene Meer #lovemylife.

Ich find ja das Wort Influencer genauso geil wie das irrwitzig inflationär verwendete Wort Startup. Nämlich gar nicht. Denn wie sich viele Startups ganz hart feiern (und dabei vergessen Umsätze zu generieren) ist es Mode geworden „Influencer“ zu sein

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

Eigentlich mögen es Blogger gar nicht Influencer genannt zu werden, ich habe keine Ahnung warum, mir ist es ziemlich egal wie ich genannt werde, finde es eher schade auf eine Bezeichnung reduziert zu werden, wenn man wirklich professionell bloggt, dann übt man meistens zehn Berufe gleichzeitig aus

 

Sophie Forster
Bloggerin sophiehearts.com

Ich finde dieses hin und her zwischen Blogger und Influencer auch immer ein bisschen doof, würde mich selbst aber eher als Bloggerin bezeichnen. Influencer kann im Endeffekt jeder sein, der auf irgendeine Weise Menschen beeinflusst, egal ob auf Social Media oder in real life. Ein Blogger hingegen schreibt eben auch Beiträge auf einer Website

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

die sich übrigens auch zu einem Gros hart feiern und keine Umsätze machen…

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

aber dafür DÜRFEN wir doch gratis Produkte posten, cool oder?

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Ich find den Begriff an sich auch falsch gewählt. Influencer sind wir alle. Du und du und du und ich. Und meine Mama. Täglich. Auch ohne Instagram.

Ich probiers mal mit…. „Multiplikatoren“. Klingt vielleicht nicht so fancy, trifft aber die Grundidee besser. Die da wäre? Personen mit einer definierten, in sich homogenen Reichweite zu Markenbotschafter zu machen und mein Produkt oder Dienstleistung an eine Zielgruppe heranzutragen, die ich als Marke entweder nicht oder nur schwerer erreichen könnte.

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

Influencer, Meinungsbildner, Multiplikator, egal wie man es nennt, für viele traditionell gestrickte Unternehmen ist es eines: ein Kanal oder mehrere Kanäle mit einem Zielpublikum, dass diese Unternehmen mit ihren eigenen Kanälen nicht erreichen könnten. Ich persönlich mag den Begriff Marken-Botschafter oder Brand Ambassador gerne. Warum? Damit schwingt schon mitschwingt, dass man sich mit der Marke identifizieren können und im Detail beschäftigt haben muss.

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

Stichwort: Authentizität. Stichwort: Langfristigkeit. Längerfristige Kooperationen sind in meinen Augen sowohl für die Authentizität des Influencers, als auch für die, der Marke förderlich.

 

Sophie Forster
Bloggerin sophiehearts.com

Markenbotschafter und Brand Ambassador find ich prinzipiell cool, wird aber auch (um dich zu zitieren) von Firmen sehr inflationär verwendet. Marken denken, dass sie indem sie Blogger die ach-so-tolle Möglchkeit geben, Markenbotschafter der Marke zu sein, die Blogger im Preis drücken können, weil langfristig und so. Im Endeffekt heißt es aber dann: Wir haben nicht so viel Budget, wollen mal schauen wie’s zu Beginn lauft, vielleicht geht das ja ohne Budget… bla bla bla… wenn wir merken, dass es fruchtet können wir ja nochmal über Budget sprechen… bla bla bla Und nachdem man dann zwei Insta-Posts hochgeladen hat, melden sich die Firmen nie wieder. Das verbinde ich leider meistens mit Markenbotschafter/ Brand Ambassador. Auch wenn sich das zu Beginn für den Blogger cool anhört, ist es ganz oft einfach nur eine Lockmethode der Firmen.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Die hoffentlich im Vorfeld definierten Ziele können ganz unterschiedlich sein, doch egal ob Conversion, Brand Awareness oder einfach „cool sein“ – Multiplikatoren sollen direkt oder indirekt den Absatz fördern.

Welche Gründe gibt es nun für den Einsatz von Instagram-Multiplikatoren und was gilt es als Unternehmen zu beachten?

Grund 1: Multiplikatoren verfügen über eine fest definierte, treue und themenaffine Community, die sie mit sponsored Posts emotional direkter und durchgreifender erreichen können als die Marke selbst. Ja. Und nein. Bzw. mit Vorsicht zu genießen.
Grundsätzlich stimmt diese Annahme. Ein organisch gewachsener, mit Strategie agierender und nachhaltig denkender Multiplikator verfügt über eine fest definierte, themenaffine und treue Community.

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

Ja und nein. Meiner Erfahrung nach ist die treue Community, der innere Kreis, in vielen Fällen relativ klein. Wenn wir von organisch wiederkehrenden Besuchern sprechen, dann bewegt sich dieser Wert in den meisten Fällen im Bereich von vielleicht 15 – 25%. Was jedoch für einen Markenbotschafter spricht ist die hohe Themen Affinität und die Liebe zum Detail.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Diese Multiplikatoren sind Geschäftsleute. Und mit Geschäftsleuten macht man Geschäfte.

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

Ein guter Punkt, den viele Unternehmen, Influencer Agenturen, PR Berater, you name it, noch nicht erkannt haben. Blogger, Influencer, Multiplikatoren werden gerne auf eine Stufe mit Journalisten gestellt…

 

Sophie Forster
Bloggerin sophiehearts.com

(das mögen wir gar nicht :D).

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

… Und genau da ist schon der erste große Unterschied. Ein Journalist wird für seine Arbeit bezahlt und darf im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit an Presse Events teilnehmen, wird verköstigt, bekommt Gastgeschenke und im Anschluss ein Pressekit mit fertigen Texten und Bildern vom Event. Ein potenzieller Meinungsbildner, wenn er denn zur Marke passt und nicht nur wegen seiner allgemeinen Reichweite eingeladen wird, beschäftigt sich viel genauer mit der Marke, den Produkten und den Problemen, die die Zielgruppe hat.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Es gibt jedoch auch Accounts, die künstlich gewachsen sind – entweder „halborganisch“ durch den absurden Einsatz von trending hashtags (#lovemylife #follow4follow #followme #onedirection #justinbieber #davidguetta) oder durch den Zukauf von Fans, was mega billig aber auch mega dumm ist.

 

Sophie Forster
Bloggerin sophiehearts.com

Du hast Bots vergessen 😛

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Diese Accounts sind meiner Meinung nach völlig wertlos.

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

Leider gibt es zu viele Marken, die solche Accounts nach wie vor nicht durchschaut haben, dazu zählen leider auch einige bekanntere Influencer, die diesen Markt damit Stück für Stück zerstören.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Es gibt zwar Wachstumseffekte („Wow, das ist ja ein großer Account, der is sicher cool. Dem folg ich auch“) doch sind aufgrund fehlender plattformbezogener Kennzahlen bzw. Funktionalitäten (im Speziellen Targeting) stark heterogene Communities wertlos und für zielgruppenorientierte Werbebotschaften völlig unbrauchbar. Zu wissen wen man auswählt

 

Sophie Forster
Bloggerin sophiehearts.com

Es ist ein Wahnsinn, dass so viele große Agenturen (auch solche, die sich auf Influencer spezialisieren) noch nie von https://www.influencerdb.net gehört haben, geschweige denn es verwenden. Wenn man sich ein bisschen mit den Analysetools beschäftigt, kann man ganz schnell herausfinden, wer ständig Follower kauft oder mittels Bots die Follow/unfollow Strategie fährt. Das Einzige, das man (soweit ich weiß) noch nicht so gut abchecken kann ist wer sich Likes kauft.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

#whatToDo: Zahlen. Zahlen. Zahlen. Werdet zum Statistik-Narren. Zieht euch Tools wie Fanpage Karma oder Talkwalker (not a sponsored post), Social Blade und analysiert was das Zeug hält. Es gibt leider gerade auf Instagram nicht wahnsinnig viel, doch KPIs wie Kommentaranzahl…

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

(gibt leider auch reichlich gekaufte Kommentare, die mittlerweile sogar passend zum Bild sind, komisch nur, dass plötzlich bei deutschen Influencern nur mehr englische Kommentare sind und sich jedes davon ganz gezielt auf ein Teil aus dem Post bezieht, so fällt es nicht auf – denkt ihr),

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

…Followerzuwachs (um zu sehen, ob gekauft wurde), Engagement-Rate, Share of Voice und basierend auf vorangegangenen Kooperationen Hashtag Mentions. Manche Zahlen könnt ihr euch extern ziehen, doch für Einige braucht ihr die Offenheit und den Kooperationswillen des Multiplikators. Sollte aber kein Problem sein, da die Offenlegung von Mediadaten als Basis für Werbekooperationen Usus ist… #strengerblick

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

Wäre gut wenn Marken auch mal nach den Instagramstats fragen, anstatt nur den Blogkennzahlen.

 

Sophie Forster
Bloggerin sophiehearts.com

Jup da geb’ ich Julia recht! Allerdings muss man hald was die Zahlen betrifft auch sagen, dass der Algorithmus auch wirklich viel bei uns Bloggern und Instagrammern kaputt macht und so die Engagement immer weiter sinkt, obwohl man konstant qualitativ hochwertigen Content bietet. Als Firma muss man meiner Meinung auch auf die Art und Qualität der Fotos und des Contents achten, der mit dem Produkt entsteht.

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

Der externe Blick auf Zahlen durch Analyse Tools deckt im ersten Schritt auch nur auf ob ein Account möglicherweise gekaufte Follower hat oder nicht oder ob er vielleicht seine Posts bewirbt oder über zusätzliche Kanäle promoted. Viele der in den letzten Monaten auftauchenden Influencer Marketing Plattformen verkaufen ihr “Influencer Inventar” als “exklusiv”, weil sie genauso vorgehen und nur bestimmte Personen in die Plattform lassen. Dann kannst du als Unternehmen eine Influencer Kampagne schalten und Kanäle selektieren, die mindestens eine Reichweite von x Tausend pro Woche haben und mind. eine Engagement Rate von 3,5%. Das ist unterm Strich der Qualitätsanspruch den diese Plattformen stellen und erinnert mich sehr stark an das eine oder andere eingestellten Blog Marketing Netzwerk. Die Kuh wird solange gemelkt wie es Unternehmen zulassen und dann ist Schluss. Sinnvoller Einsatz von Marketing Ressourcen und Mehrwert für potenzielle Kunden geht anders.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Grund 2: Multiplikatoren ersetzen mein Content Marketing und generieren billigen Content NEIN! NEIN! NEIN! Das darf kein Grund sein sich für diese Art der Werbung zu entscheiden. Die Intention durch Multiplikatoren an kostenlosen oder eben billigen Inhalt zu kommen ist erstens sehr kurzfristig gedacht, da unzufriedene Geschäftspartner immer wechselanfälliger sind und eventuell zum Mitbewerb gehen. Zweitens darf man sich für lau keine Qualität erwarten und drittens ist es super unseriös. Also, wer Business machen will, muss auch Business denken.

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

Gilt umgekehrt auch für Influencer, aber das nur am Rande.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

#whatToDo: Desensibilisierung für „Qualität kostet“. Wenn alle Parteien es ernst meinen, muss man sich als Auftraggeber dazu verpflichten für erbrachte Leistung zu zahlen – und zwar abseits von lächerlichen Produktproben und „exklusiven Vorabsamples“. WTF. Sollen sie mit euren Produktproben ihre Miete bezahlen. Hier gilt für die Marke: wer Business machen will, muss auch Business denken.

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

Am coolsten finde ich “Probepostings” – mal sehen wies läuft danach können wir ja auch etwas mit Budget machen. Ah OK, also ich mache erstmal gratis Werbung für euch und dann schauen wir weiter oder? Kauft ihr in Magazinen auch gratis Anzeigen? Traurigerweise haben oft die größten Marken / Konzerne die kleinsten Budgets bzw. Bereitschaft faire Preise zu zahlen. Ist doch ein Privileg mit ihnen zu arbeiten. Das stimmt schon, nur mein veganes Butterbrot kann ich mir davon halt auch nicht schmieren und die Qualität liefern die ich gerne würde, weil ich daneben noch andere Jobs machen muss um mir mein Multiplikatoren-Leben zu finanzieren.

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

Auch gut: “Dein Bildmaterial können wir dann ja eh für sämtliche Marketingzwecke (Print und Online) weiterverwenden, oder?”

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

Multiplikatoren ersetzen keinesfalls das eigene Content Marketing. Sagt doch schon der Name: Multiplikator, also muss es etwas zu multiplizieren / verbreiten geben. Und das muss nicht zwingend ein Product Placement sein. Wie sollte man als Unternehmen eine Kooperation planen und umsetzen? Das ist pauschal zum Glück nicht zu beantworten, sonst wäre es doch langweilig. Es kommt immer darauf an: Geht es um eine Launch Kampagne? Soll die Bekanntheit der Marke oder des Produkts gesteigert werden? Geht es um Bedarfsweckung in der Zielgruppe? Ein Rebranding oder eine neue Markenbotschaft? Soll eine Geschichte erzählt werden? Machen wir es nur weils der Mitbewerb macht? Oder weil es alle machen? Oder melkt eine Agentur gerade eine neue Kuh? Macht euch vorab Gedanken was euer Ziel ist, liebe Marketer, und wie ihr sie erreichen wollt. Und danach geht es in die Detailplanung, Recherche potenzieller KooperationsPARTNER, Festlegung der Ziele und am Ende in die Ausarbeitung der Details mit den Influencern.

Ein sehr gutes Beispiel für eine langfristige Kampagne mit Multiplikatoren zeigt der deutsche Gewürzshop Ankerkraut. Anne und Stefan gehen langfristige Kooperationen mit Deutschlands bekanntesten Grillbloggern ein, unterstützen sie bei Meisterschaften und veranstalten selbst Events wie das #AnkerVorMalle Blogger Meeting in einer Finca auf Mallorca. Und viel besser kann man es kaum machen, denn sie bilden damit ihre eigene kleine Community und sind Teil davon. Das bringt auch der Marke enorm viel.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Grund 3: Mein Unternehmen befindet sich in einer Nische, die ich auf anderen Netzwerken als Marke selbst nur sehr schwer erreiche. Ja, macht Sinn. Absolut. Ich glaube zwar, dass ich mit durchdachtem Online-Advertising jeden erreichen kann, doch gibt es sicherlich Fälle in denen es nicht ganz leicht ist als Marke selbst Vertrauen bzw. Absatz online zu generieren.

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

Allerdings werden Produktplatzierungen durch Influencer mittlerweile auch von Konsumenten viel mehr als Werbung wahrgenommen, als noch vor einiger Zeit. Der Kennzeichnungspflicht sei Dank sind Konsumenten nun sensibilisierter in Bezug auf Produktplatzierungen und erkennen langsam, aber sicher, dass es sich immer noch um Werbung handelt, auch wenn mein Lieblingsinstragramer oder Snapchatsternchen mit dem Produkt vor der Kamera wedelt.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Es gibt Multiplikatoren für ALLES. Wirklich alles. Also nicht nur für buschige Augenbrauen, Sixpacks und Avocados. Man muss sie einfach nur finden. Entweder man recherchiert selbst oder wendet sich an entsprechende Agenturen/Datenbanken.

#whatToDo: Zeit nehmen! Egal ob Influencer oder Mikro-Influencer. Das Thema ist der aktuell heiße Scheiß. So, nur weils grad trendy ist, bedeutet das nicht, dass ich mit aller Gewalt mitmachen muss.

 

Sarah Eppacher
Bloggerin liebreizend.com

Amen. Mir scheint so, als würden viele Firmen im Moment ihre kompletten Marketingstrategien (falls vorhanden) über Bord werfen, um auf diesen Zug aufspringen zu können, nur weil es gerade Trend ist. Dabei sind weder langfristige Strategie, noch Zielsetzung in Bezug auf den Influencer durchdacht.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Die Evaluierung des grundsätzlichen Bedarfs und dann der entsprechenden Accounts entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der Kampagne. Intern Ressourcen freimachen und Recherchezeit in Kauf nehmen. Planung ist hier Alles!

 

Julia Fodor
Bloggerin @jay.rox & @ourcleanjourney

Vor allem auch längerfristig, ein “Schnellschuss-Posting” hat selten was bewirkt. Wenn man wirklich Brand Awareness schaffen möchte, sollte man schon ein paar Postings mit dem Influencer über einen gewissen Zeitraum vereinbaren oder hoffen, dass er das Produkt auch weiterhin empfiehlt weil er selbst so überzeugt davon ist. Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir das in letzter Zeit zu selten aus “eigenem Willen” machen, eine Sache die ich persönlich stark ändern möchte. Warum nehme ich mir nicht auch mal Zeit meine Creme schön zu fotografieren die ich seit Jahren verwende, warum nur die, die ich vor kurzem von einer Kooperation erhalten habe. Bedeutet nicht, dass ich diese nicht auch cool finde und wirklich verwende, das ist bei mir bei Kooperationen noch immer Voraussetzung. Empfohlen werden nur Produkte, die ich auch wirklich verwende oder verwenden würde und mit guten Gewissen weiterempfehlen kann.

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

Zeit nehmen ist definitiv ein guter Anfang. Eine Kampagne komplett an eine Agentur abzugeben und darauf zu hoffen, dass die Kampagne gut wird halte ich für einen Fehler. Denn es braucht meiner Meinung nach immer drei Perspektiven um eine Kampagne erfolgreich umzusetzen: die von Innen (Marke), die von Außen (Agentur) und die des Mediums (Influencer). Wenn man sich als Markenverantwortlicher mit dem Thema nicht beschäftigt und in vollstem Vertrauen an die Agentur abgibt – und das passiert leider viel zu oft – dann kommt schnell dabei raus, dass die Kampagne nur auf allgemeine Reichweite abzielt und an der tatsächlichen Zielgruppe vorbei geht. Für manche Marken mag vielleicht nur die allgemeine Reichweite in der Gesamtbevölkerung zählen, das sehe ich aber als Ausnahme.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Grund 4: Mir fehlen intern die Ressourcen und/oder das Know-How Plattformen wie Instagram erfolgreich und regelmäßig zu bespielen. Bei solchen Aussagen klingeln bei mir die Alarmglocken. Oberflächlich betrachtet stimmt diese Aussage natürlich. Wenn ich es, aus welchen Gründen auch immer, selbst nicht kann, hol ich mir einfach jemanden. Tja, aber was passiert wenn auf einer Plattform, auf der ich selbst nicht bzw. nur rudimentär vertreten bin, über mich gesprochen wird? Tja, egal wie viele Links auf meine Website gesetzt werden: der User wird mich über den Umweg des Multiplikators suchen – und dann enttäuscht werden.

#whatToDo: Mein Vorschlag wäre, im Zuge der Kampagne mitzulernen. Parallel Eigencontent publizieren, die Prozesse verstehen und dann irgendwann das Ruder selbst in die Hand zu nehmen. Denn sonst macht man sich auf Dauer abhängig – und das ist wie wir alle wissen kein schönes Gefühl. Influencer-Marketing kann großartige Erfolge erzielen. Oft aber auch nicht. Es gilt die richtigen Accounts und die richtigen Menschen hinter diesen Accounts zu finden. Man muss sich lösen von der Kindergartenphilosophie der absoluten Coolness. Gute Multiplikatoren wissen, dass sie gut sind. Sie werden Geld verlangen. Oft auch viel Geld. Überprüft ob sie es wirklich sind und dann zahlt. Denn wer Geld verdienen will, muss auch investieren…

 

Florian Hieß
Blogger aufgetischt.net

Ressourcen sind ein spannendes Thema für Unternehmen und werden bei einigen Online Marketing Themen, bei denen Geo oder Local Targeting nicht möglich ist, falsch eingesetzt. Große Unternehmen haben in der Regel einen Marketing-Budget-Topf für eine Marke, für ein Geschäftsjahr und für ein Land. Ich kann nachvollziehen warum, weil ich selbst lange genug in meinen früheren beruflichen Stationen in und für solche Unternehmen gearbeitet habe.

Gerade bei Themen wie Influencer Marketing und Blogger Relations kann eine strikte Trennung nach Land nicht erfolgen. Auf Instagram, Snapchat, YouTube, usw. erreichst du nicht nur User aus einem Land. Mit einem österreichischen Blog erreichst du nicht nur User aus Österreich und mit einem deutschen Blog erreichst du nicht nur User Deutschland. Du erreichst deutschsprachige User mit einer bestimmten prozentualen Verteilung auf Länder in denen sich deutschsprachige User aufhalten. Dann hast du zumindest schon einmal ein anteiliges Budget von drei Märkten für eine Kampagne einer Marke. Diese Kollaboration und das gemeinsame Planen und Umsetzen für länderübergreifende Kampagnen stellt für viele Unternehmen große Herausforderung intern dar – macht in dem Fall aber durchaus Sinn.

 

Thomas Meyer
Head of Sales, Swat.io

Die Wahrheit ist übrigens, dass ich diese Zeilen im Zug schreibe. Es riecht komisch. Ich hab grad 3 Bier aus der Dose getrunken und rieche wohl auch dementsprechend. Ich esse ein labbriges, eingeschweißtes Hühnersandwich. Das Abteil ist randvoll. Die Scheiben sind angelaufen – ich denke es ist Schweiß. #lovemylife

 

Victoria Gorgs
Produkt-Managerin, Amazon

Ich kann mich den Kernaussagen nur anschließen: Bevor ich mich für eine Multiplikatoren-Strategie entscheide, sollte ich mich immer fragen, ob der Multiplikator zu meinem Produkt und zu meiner Marke passt, und ob die Zielgruppe meiner Marke auf unter den Followern und auf Instagram unterwegs ist.
Besonders hervorheben möchte ich dabei die Punkte Messbarkeit und Authentizität:

Zahlen, Zahlen, Zahlen: Bringt der View in der Insta-Story Return-on-Investment? Oder bringt ein Foto-Post mehr? Zahle ich rein für Engagement (Likes, Comments, Shares) oder verteile ich zum Beispiel einen Rabattcode, mit dem ich exakt die Käufe meines Produkts messen kann? Der Hype um Markenbotschafter lässt die Preise schnell in die Höhe schießen, daher ist es wichtig genau zu prüfen, was man für sein Geld bekommt oder ob eine Werbeform, die gerade nicht so gehypt wird, vielleicht effizienter ist.

Authentizität: Ich arbeite ausschließlich mit Bloggern zusammen, die authentisch sind. Follower merken sofort, ob Blogger authentisch sind oder nicht. Ich entscheide mich im Zweifel für die kleinere, aber treue und engagierte Fanbase, als für eine nicht authentische größere Seite, bei der der Influencer nicht glaubwürdig mit seinen Followern interagiert.

Authentizität ist vor allem bei Insta-Stories extrem gefragt. Durch das Feature wird die gesamte Plattform viel nahbarer und gewinnt enorm an Wert. Obwohl Stories planbar sind, muss das unmittelbare und spontane glaubwürdig beim Nutzer ankommen wie nie zuvor. Nicht jeder, der schöne Insta-Fotos postet, die er möglicherweise intensiv bearbeitet hat, macht auch gute und glaubwürdige Insta-Stories: Selbst ein Instagram-Star wie Pamela Reif musste erst lernen, wie man eine gute Insta-Story macht: So waren ihre ersten Stories anfangs noch im Querformat und eher wortkarg. Sie hat den Großteil ihrer Follower mit Fotos und Videos generiert, auf dem Gebiet ist sie daher ein Profi. Hier habe ich mir als Marke lange Zeit einen deutlich größeren Gefallen getan, in ihren perfekt arrangierten Fotos aufzutauchen, als in ihrer Insta-Story. Das wandelt sich derzeit jedoch.